Dienstag, 22. Januar 2013

Schönheits OP

Um es mit den Worten einer Kollegin zu beschreiben: Mich hat die Hexe geschossen. Das war vor einer Woche. Aber warum zum Arzt, es gibt schließlich Schmerzmittel rezeptfrei in der Apotheke und Wärmepflaster hatte ich auch noch im Haus. Joa.
Nach einer Woche des Sich-Nicht-Bücken-Könnens und einem ungrazilen Watschelgang, um den Schmerz erträglicher zu gestalten, hielt es mein Verlobter nicht länger aus: Du gehst Morgen zum Arzt! Ok. Er hat ja Recht. Zumindest ein paar Hammer-Painkiller holen.
Leider diagnostizierte meine Ärztin eine Entzündung im unteren Rückenmuskelbereich, das heißt ich bekam die extra starken Painkiller (her damit!) und eine Krankschreibung. Kacke. Das Schlimmste ist es, wenn man "geistig" fit aber körperlich total unzulänglich ist. Man könnte arbeiten, mental machbar. Aber der Körper weigert sich.
Das Jammern nutzt jetzt aber alles nix, ich haue mir also brav meine Pillen im Kopp, wechsel rechtzeitig die Wärmepflaster und verbringe den Tag mit Hochlagern. Sitzen und Stehen ist nämlich böse.

Ich verspreche euch, nächstes Mal sofort auf meinen Liebsten zu hören und gleich zum Arzt zu gehen. Dann ist es vielleicht mit nur einer kleinen Spritze und einem Tag Ausruhen getan. Man darf nicht leichtfertig mit seiner Gesundheit umgehen. Kein Geld der Welt kann uns gesund kaufen. Also passt gut auf euch auf!

Neben Maßnahmen, die notwendig, ja manchmal sogar unumgänglich sind, um die Gesundheit zu erhalten, gibt es auch Eingriffe, die ganz und gar nicht sein müssen. Aber einige von uns möchten sie durchführen lassen. Was ich hier konkret meine, sind Schönheitsoperationen.
Die Gründe für solche Eingriffe? Die sind sicherlich genauso vielseitig wie die Körper und Gesichter der Frauen und Männer die sich ihnen freiwillig unterziehen. Doch ich bin mir sicher, eines haben sie alle gemeinsam: Sie möchten sich schöner fühlen.
Einige sind bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Manche haben schon mit ihrem Leben bezahlt. Sicherlich eine verschwinden geringe Minderheit und wir wollen auch nicht vom Schlimmsten ausgehen - trotzdem sind alle Ärzte gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Patienten über die möglichen Konsequenzen einer OP aufzuklären. Seien sie auch noch so unwahrscheinlich.

Mit 18 hatte ich meine erste und bis jetzt auch einzigste Vollnarkose. Damals wurden mir alle vier Weißheitszähne auf einmal gezogen. Ohne jetzt weiter auf Details eingehen zu wollen, wusste ich nach dem Eingriff: Sowas möchtest du nie wieder erleben. Vollnarkose ist schrecklich! Wie kann man sich sowas freiwillig antun? Von den Schmerzen und den langwierigen Heilungsprozessen danach mal ganz abgesehen!

Ich persönlich habe für mich nie eine Schönheitsoperation in Erwägung gezogen. Auch bereits vor meiner Narkosen-Erfahrung war es für mich unvorstellbar. Ohne eingebildet klingen zu wollen, aber was hätte ich auch machen lassen sollen? Sicher, es könnte schon hier ein bisschen weniger, dort etwas mehr sein, wer würde das nicht von sich behaupten? Das Geld für sowas hätte ich aber auch gar nicht. Selbst wenn, das wär es mir einfach nicht wert.

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Vor zwei Wochen hatte ich einen Termin beim Hautarzt. Eine Stelle an meiner Nase wurde örtlich betäubt und ein Muttermal mithilfe eines Lasers entfernt. Die Betäubung war sehr schmerzhaft und bis die Wunde vollständig verheilt ist, wird es mehrere Wochen, wahrscheinlich sogar Monate dauern. Die ersten Tage nach dem Eingriff habe ich Schmerzmittel genommen und zweimal täglich muss ich die Wunde reinigen, mit einer Jodtinktur betupfen und ein frisches Pflaster aufkleben. Ich darf die Kruste keinesfalls selber entfernen, da sonst eine Narbe zurückbleiben kann. Wenn alles gut verheilt, wird die Stelle weder Verfärbungen noch Vernarbungen aufweisen und das Muttermal, welches doch recht "wulstig" war, schlimmstenfalls als kleiner hellbrauner Punkt sichtbar sein. Da der Arzt jedoch sehr tief gelastert hat, hält er das für eher unwahrscheinlich.

Dieser Eingriff kostete mich 90 €. Er war nicht notwendig. Doch ich wollte ihn. Warum? Damit ich mich schöner fühle.

Und bis zu meiner Hochzeit ist es verheilt!

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Keine Sorge, ich renne deshalb nicht nächste Woche zum Schönheits-Chirurg und lasse mir die Nase kleiner, die Brüste größer machen. Weil ich jetzt auf den Geschmack gekommen bin. Nee.
Was ich euch damit sagen möchte ist, dass wir im Laufe unseres Lebens Entscheidungen treffen, von denen wir nie gedacht hätten, dass wir sie möchten.

In dem Moment, in dem wir uns für sie entscheiden, glauben wir daran, dass es richtig ist, so zu handeln. Nicht immer haben wir einen Grund. Das ist auch nicht immer wichtig. Nur wichtig ist, dass wir dabei nicht uns selbst verlieren. Wir müssen uns im Spiegel ansehen können und wissen: Ja, das bin noch immer ich.



~ laska ~


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